25.03.2017
Ihre Fragen – unsere Antworten

Häufig gestellte Fragen


In dieser Rubrik finden Sie Antworten auf häufige Fragen zum Bauprojekt „2. Stammstrecke München“ – in Bewegtbild und Text.

Warum reicht die vorhandene Stammstrecke nicht mehr aus?

Die Metropolregion München zählt zu den Wachstumszentren in Deutschland. Die direkte Verbindung der Städte und Umlandgemeinden mit der Münchner Innenstadt hat nicht zuletzt zur Dynamik der gesamten Region beigetragen. Bereits jetzt befördert die Münchner S-Bahn täglich fast 850.000 Fahrgäste und legt im Jahr über 20 Millionen Kilometer zurück. Sie ist damit eines der größten S-Bahn-Systeme in Deutschland.

In unserem Film gehen wir der Frage nach, warum die Münchner S-Bahn nach 40 Betriebsjahren an ihre Kapazitätsgrenzen stößt und wie der 2. Stammstreckentunnel einem Verkehrskollaps vorbeugt.

Video: S-Bahn München Warum reicht die vorhandene Stammstrecke nicht mehr aus?
Video: Was haben die Münchner von dem Großbauprojekt?

Was haben die Münchner von dem Großbauprojekt?

In der Metropolregion München leben derzeit ca. sechs Millionen Einwohner. München wächst – das S-Bahn-System muss mitwachsen. Deshalb ist der Bau der 2. Stammstrecke notwendig.
 
Erfahren Sie in unserem Film, welche Vorteile die neue Stammstrecke bringen wird: Mit vier statt bisher zwei Gleisen können zukünftig mehr als doppelt so viele Züge über beide Stammstrecken rollen. Durch den Einsatz von mehr S-Bahn-Zügen werden die Wartezeiten geringer; durch die Express-Linien sind kürzere Fahrzeiten möglich. Bei Störungen auf einzelnen Linien übernimmt die eine Stammstrecke eine Ausweichfunktion für die jeweils andere. Somit profitiert das gesamte Münchner S-Bahn-Netz von der höheren Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit mit der 2. Stammstrecke.
 
Gutachter erwarten zudem, dass schon nach der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke jährlich rund 225 Millionen Kilometer weniger mit dem Pkw gefahren werden und damit rund 51.800 Tonnen CO2 eingespart werden. Das ist der CO2-Ausstoß von mehr als 23.000 Pkw im Jahr. Kurz gesagt: 2. Stammstrecke und weniger CO2-Ausstoß – das bedeutet mehr Lebensqualität für alle, ohne dabei auf Mobilität verzichten zu müssen.

Warum liegen die Bahnhöfe so tief unter der Erde?

Unter der Münchner Innenstadt verlaufen bereits jetzt außer dem bestehenden S-Bahn-Tunnel verschiedene U-Bahn-Röhren. Bei einer Kreuzung der Röhren – einige verlaufen eher in Nord-Süd-, andere in Ost-West-Richtung – müssen die jeweils später gebauten Tunnel eine Ebene tiefer geführt werden. Die Kreuzungen liegen hauptsächlich an den Aufkommensschwerpunkten Hauptbahnhof und Marienplatz. Für die Stationen der 2. Stammstrecke bedeutet dies, dass die Bahnsteige im sicheren Abstand unter den tiefsten U-Bahn-Röhren in etwa 40 Metern Tiefe gebaut werden.

Aufzüge und Rolltreppen werden aber dafür sorgen, dass die Fahrgäste schnell und bequem die Oberfläche erreichen. Verbindungsstollen zur U-Bahn sorgen für einen raschen Übergang im Untergrund. Die tiefe Lage von Bahnhöfen und Tunnel hat außerdem den Vorteil, dass die Anwohner an der Oberfläche von Lärm und Erschütterungen sowohl in der Bau- als auch der Betriebsphase weitgehend verschont bleiben.

Video: Warum liegen die neuen Stationen so tief unter der Erde?
Video: Bestehen Gefahren für die Frauenkirche?

Bestehen Gefahren für die Frauenkirche?

Der Tunnel der zweiten Stammstrecke wird in rund 40 Metern Tiefe wenige Meter von der Frauenkirche entfernt vorbeiführen. Eine Expertengruppe aus Vertretern des Erzbischöflichen Ordinariats, der TU München, der Obersten Baubehörde und der Deutschen Bahn widmet sich seit Anfang 2005 der baulichen Sicherheit der Frauenkirche.

In unserem Video erfahren Sie, welche Untersuchungen seitdem durchgeführt werden, welche Erkenntnisse bereits gewonnen wurden und warum die Frauenkirche durch den neuen Stammstreckentunnel nicht gefährdet ist.

Wie sicher ist der neue Tunnel?

In Deutschland befördern U- und S-Bahnen auf mehr als 650 Kilometern Tunnelstrecke viele Millionen Fahrgäste täglich sicher und zuverlässig.
 
Die 2. Stammstrecke wird nach neuesten Sicherheitsvorschriften gebaut. Dazu gehören u. a. brandhemmende Materialien, Löscheinrichtungen, sichere Fluchtwege und separate Wege für die Feuerwehr. Um zudem die Begegnung zweier Züge im Tunnel auszuschließen, werden die beiden Gleise der neuen Stammstrecke in separaten eingleisigen Röhren geführt.
 
In unserem Film erläutert Albert Scheller, Leiter des Großprojekts 2. S-Bahn-Stammstrecke München, das vierstufige Sicherheitskonzept, das für den Tunnel und die Bahnhöfe vorgesehen ist.

Video: Wie sicher ist der neue Tunnel?
Video: Wie entsteht ein Rettungsschacht?

Wie entsteht ein Rettungsschacht?

Für die 2. S-Bahn-Stammstrecke muss im Abstand von maximal 600 Metern ein Notausstieg gebaut werden. Unser Film zeigt Ihnen am Beispiel des Rettungsschachts Nummer 8 in Haidhausen, wie solch ein Notausstieg gebaut wird und erläutert, wie die Sicherheit der Reisenden im Rettungsstollen jederzeit gewährleistet ist.  

Müssen die Münchner jahrelang mit Schmutz und Baustellenverkehr leben?

Die 2. Stammstrecke wird mit Rücksicht auf die Stadt und ihre Bewohner gebaut. In unserem Film erfahren Sie, wie verschiedene Maßnahmen, etwa der Einsatz von Schallschutzwänden oder der Baustellenverkehr über die Schiene, dazu beitragen, dass die Belastungen für die Anwohner möglichst gering bleiben.

In den insgesamt circa sechs Jahren Bauzeit findet ein Großteil der Vortriebsarbeiten unterirdisch statt, wovon die Münchner nur wenig mitbekommen. Hier stehen die Maschinen auch nachts nicht still, sodass die Arbeiten schnell vorankommen können. Die Erdmassen, die beim Tunnelvortrieb anfallen, werden über die Schiene abtransportiert, ebenso der überwiegende Teil der Materialien für den Bau und die Ausrüstung der Tunnel. So wird der Baustellenverkehr auf das Nötigste reduziert.

Offene Baugruben werden auf kleine Bereiche begrenzt und durch Schallschutzwände abgeschirmt. Meist wird hier nur tagsüber gearbeitet, und dies auch nur für begrenzte Zeiträume.

Video: Müssen die Münchner jahrelang mit Schmutz und Baustellenverkehr leben?
Video: Was haben die archäologischen Ausgrabungen am Marienhof gebracht?

Was haben die archäologischen Grabungen am Marienhof gebracht?

Jahrhunderte Münchner Stadtgeschichte sind unter der Rasenfläche des Münchner Marienhofs verborgen. Bevor der Bau der Station für die 2. S-Bahn-Stammstrecke unter dem Marienhof beginnt, wurden die Zeugen der Geschichte dokumentiert – ein Ausflug tief in die Stadtgeschichte Münchens.
 
Insgesamt wurden über 45.000 Einzelobjekte wie Keramik, Gläser und Stoffreste geborgen. Bei den Ausgrabungen fanden Archäologen zudem Keramikstücke, die aus dem 11. Jahrhundert stammen. Sie belegen, dass München weit älter ist als bisher angenommen.
 
In unserem Video zeigt Dr. Sonja Marzinzik (Konservatorin, Depot und Inventarisierung) einige dieser Fundstücke und erläutert ihre Geschichte.

Was ist aus den Bäumen am Marienhof geworden?

Der Marienhof war mit 35 japanischen Schnurbäumen bepflanzt. Bevor 2011 die archäologischen Grabungen als Vorwegmaßnahmen zum Bau der 2. Stammstrecke begannen, zogen die rund 30 Jahre alten Bäume in die städtische Baumschule nach Allach um.

Mit der Verpflanzung wurde eine Fachfirma aus Mittelfranken beauftragt. Mit Hilfe der größten in Europa verfügbaren Ballenstechmaschine hoben die Baumexperten die Schnurbäume aus und transportierten sie nach Allach. Zur Vermeidung von Transportschäden wurden Krone und Stamm mit Textilien geschützt. In Allach wurden die Bäume in speziell präparierte Gruben gepflanzt.

Und heute? Alle 35 Bäume sind angewachsen und erfordern nur noch sporadische Pflegemaßnahmen. Eine spätere weitere Verpflanzung ist nicht ausgeschlossen.

Video: Was wurde aus den Bäumen am Marienhof? Wir haben den Leiter der Baumschule in Allach gefragt.
Video: Warum hat der neue Stammstreckentunnel nur drei Stationen?

Warum hat der neue Stammstreckentunnel nur drei Stationen?

Der 2. Stammstreckentunnel wird drei neue unterirdische Stationen am Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof erhalten. 

Alexander Freitag, Geschäftsführer der MVV GmbH, erläutert in unserem Video, warum diese Stationen dafür prädestiniert sind: Sie werden drei- bis vierfach stärker genutzt als alle anderen Stationen im MVV. Denn zum einen gelangt man vom Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof fußläufig schnell zu den beliebtesten Plätzen in der Innenstadt von München. Zum anderen gibt es dort beste Verknüpfungspunkte zu U-Bahn und Tram sowie Regional- und Fernverkehr. 

Mit nur drei Stationen ermöglicht die neue Stammstrecke zudem deutlich kürzere Fahrzeiten. Die Einführung eines Express-S-Bahn-Systems führt zu attraktiven Fahrzeiten zwischen Umland und Stadt.

Was ist eigentlich das Spektakuläre am Tunnel der 2. Stammstrecke?

Die 2. Stammstrecke ist ein sehr komplexes Bauprojekt. Dies wird am Hauptbahnhof besonders deutlich, denn hier muss sie nicht nur unter allen bereits vorhandenen S- und U-Bahn-Linien „abtauchen“. Sie verläuft hier auch direkt unter dem Bahnhof der U-Bahnlinien U 1 und U 2. Die Herausforderung für die Ingenieure lautet deshalb: Wie kann der U-Bahnhof während der Bauzeit der 2. Stammstrecke gesichert werden, so dass er uneingeschränkt genutzt werden kann?

Albert Scheller, Leiter des Großprojekts 2. S-Bahn-Stammstrecke München, erklärt im Video, wie diese Herausforderung technisch gemeistert wird.

Video: Was ist eigentlich das Spektakuläre am Tunnel der 2. Stammstrecke?