23.04.2017
Nutzen

Das Startkonzept für den Betrieb der 2. Stammstrecke

Mit S-Bahnen im 15-Minuten-Grundtakt und Express-S-Bahnen im 30-Minuten-Takt ist die Münchner Innenstadt zukünftig öfter und schneller erreichbar.

Öfter und schneller ans Ziel

Bereits mit Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke sind die Verbesserungen bei der S-Bahn für die Fahrgäste deutlich spürbar: Auf vielen S-Bahnlinien wird künftig ganztägig im 15-Minuten-Takt gefahren. Zusätzlich verbinden Expresszüge im 30-Minuten-Takt das Umland schnell und bequem mit der Münchner Innenstadt. Auch erste sogenannte Regional-S-Bahnen, die eine direkte Verbindung zwischen dem Kernbereich der Münchner Innenstadt und Zielen in der Metropolregion schaffen (z. B. Buchloe und Landshut), sollen ihren Betrieb aufnehmen.

Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit werden die S-Bahn-Linien auf zwei Stammstrecken aufgeteilt. Die Stationen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen – Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof – sind mit allen Zügen erreichbar. In Laim und am Leuchtenbergring kann zwischen den S-Bahnen am gleichen Bahnsteig barrierefrei umgestiegen werden.

Fahren die S-Bahnen auf allen Linien im 15-Minuten-Takt?

Muss man öfter umsteigen?

Gab es noch an­dere Fahr­plan­konze­pte für den Be­trieb der 2. Stamm­stre­cke?

Fahren die S-Bahnen auf allen Linien im 15-Minuten-Takt?

Die Linienäste nach Freising, Geltendorf, Tutzing und Erding verfügen derzeit über einen 20-Minuten-Takt. Mit der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke wird er auf einen 15-Minuten-Grundtakt verdichtet. Das ermöglicht auf diesen Linien ein um rund 30 Prozent höheres Fahrtenangebot pro Tag.

Für die Linien nach Mammendorf, Herrsching, Ebersberg und die S8 in Richtung Flughafen ist geplant, dass neben den S-Bahnen im 15-Minuten-Grundtakt auch ganztägig Express-S-Bahnen im 30-Minuten-Takt verkehren. Die Express-S-Bahnen halten nicht an allen Stationen und erreichen damit die Ziele in der Innenstadt – wie es der Name schon sagt – schneller als die Grundtakt-S-Bahnen.

Die Linienäste nach Petershausen, Holzkirchen, Wolfratshausen und Kreuzstraße verbleiben zunächst im 20-Minuten Takt. Er wird bei den Ästen Richtung Petershausen und Holzkirchen zu den Hauptverkehrszeiten zum 10-Minuten-Takt verdichtet.

Dieses Angebotskonzept stellt eine Momentaufnahme der aktuellen Planungen dar (Stand 2017). Bis zur Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke wird es weiter optimiert. Dies betrifft insbesondere auch das Fahrtenangebot zu den Neben- und Spätverkehrszeiten. Das endgültige Konzept wird vom Freistaat Bayern erst kurz vor der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen bestellt werden.

2018 wird das Münchner S-Bahn-Netz, das größte Schienennahverkehrsnetz in Bayern, neu vergeben. Für die Weiterentwicklung des Netzes haben das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr und die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) ein Drei-Stufen-Konzept entwickelt – für die Vergabe sind demnach drei unterschiedliche Verträge vorgesehen: Ein zweijähriger Übergangsvertrag mit der DB Regio, ein „Erster Münchner S-Bahn-Vertrag“ über etwa zwölf Jahre bis nach 2030 und ein „Zweiter Münchner S-Bahn-Vertrag“, der die Erfahrungen mit der 2. Stammstrecke schon berücksichtigt.

Weitere Informationen zum Drei-Stufen-Konzept erhalten Sie in unserem Projekttagebuch und im Webportal des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr.

Das Münchner S-Bahn-Netz
In Laim kann man zukünftig an einem Bahnsteig zwischen den S-Bahnen umsteigen. Auch am Bahnhof Leuchtenbergring ist dies möglich.

Muss man öfter umsteigen?

Die Stationen Laim und Leuchtenbergring werden so gestaltet, dass zwischen den S-Bahnen am gleichen Bahnsteig umgestiegen werden kann. Insbesondere Fahrgäste, deren S-Bahn nicht die gewünschte Station im Stammstreckenbereich anfährt, können somit ohne größere Zeitverluste ihr gewünschtes Ziel erreichen. Die verkehrlichen Aufkommensschwerpunkte Hauptbahnhof, Marienplatz/-hof und Ostbahnhof werden von allen Zügen angefahren. Dadurch kann der weitaus größte Anteil der Fahrgäste schnell sein Ziel erreichen bzw. zur U-Bahn umsteigen.

Im Kernbereich des S-Bahn-Systems werden die Linien auf die beiden Stammstrecken aufgeteilt und somit die bestehende Stammstrecke entlastet. Prinzipiell gilt dabei, dass die Express-S-Bahnen die 2. Stammstrecke nutzen und die Grundtakt-S-Bahnen die bestehende Stammstrecke. Ausnahmen bilden die Linienäste nach Freising und Tutzing, die komplett über die 2. Stammstrecke verkehren. Damit lassen sich auch auf diesen Linien Fahrzeitverkürzungen realisieren.

Gab es noch andere Fahrplankonzepte für den Betrieb der 2. Stammstrecke?

Das oben beschriebene Fahrplankonzept mit Express- und Regional-S-Bahnen trägt den Arbeitstitel „Mitfall 6+“. Es wurde im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums entwickelt und kann nach der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke realisiert werden.

Bei der Entwicklung dieses Konzeptes wurden verschiedene Fahrplankonzepte für bestimmte erwartete Verkehrsaufkommen miteinander verglichen: Konzepte ohne zusätzliche Gleiskapazitäten (sogenannter „Ohnefall“) und Fahrplankonzepte mit zusätzlichen Gleiskapazitäten (sogenannter „Mitfall“).

Neben den Konzepten mit 2. Stammstreckentunnel wurden z. B. auch Konzepte für einen S-Bahn-Südring konzipiert. Die Untersuchungen zeigen, dass die über den Südring geführten S-Bahnen eine geringere verkehrliche Akzeptanz haben würden. Daher fiele die notwendige Entlastung der Stammstrecke deutlich geringer aus.

Fazit: Mit dem 2. Stammstreckentunnel und dem Angebotskonzept „Mitfall 6+“ gelingt es, die größten verkehrlichen Verlagerungen hin zum öffentlichen Verkehr zu erzielen.

Startkonzept 2. Stammstrecke: Fahrzeitvergleich

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