25.03.2017
Strecke – So wird sie gebaut

Brandschutz und Rettung

Wie sicher ist der neue Tunnel?

Sicher und zuverlässig

In Deutschland befördern U- und S-Bahnen auf mehr als 650 Kilometern Tunnelstrecke viele Millionen Fahrgäste täglich sicher und zuverlässig.

Die 2. Stammstrecke wird nach neuesten Sicherheitsvorschriften gebaut. Dazu gehören u. a. brandhemmende Materialien, Löscheinrichtungen, sichere Fluchtwege und separate Wege für die Feuerwehr.

Welche Sicherheits­vorkehrungen sind geplant?

Wie kann man sich aus den Tunneln und Stationen im Notfall retten?

Werden alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten?

Welche Sicherheitsvorkehrungen sind geplant?

Für die 2. Stammstrecke ist ein vierstufiges Sicherheitskonzept vorgesehen:

Prävention/Vorbeugung
An erster Stelle steht die Vermeidung eines Brand- bzw. Katastrophenereignisses. Dafür sind z. B. vorgesehen:

  • separate eingleisige Tunnelröhren, um die Begegnung zweier Züge im Tunnel auszuschließen
  • brandhemmende Konstruktion und brandhemmende Materialien für Fahrzeuge und Tunnel

Ereignismindernde Maßnahmen
Kommt es trotz Präventivmaßnahmen z. B. zu einem Brand in einem Zug, sollen die Brandfolgen minimiert werden:

  • Feuerlöscher in den Fahrzeugen und an den Bahnhöfen
  • Die Notbremsüberbrückung ermöglicht dem Lokführer, den Zug bis zur nächsten Station weiter zu fahren. Dort können die Fahrgäste schneller und leichter in Sicherheit gebracht werden.

Fluchtwege zur Selbstrettung
Die Rettungskräfte werden im Brand- bzw. Katastrophenfall sofort alarmiert. Bevor sie eintreffen, haben die Fahrgäste die Möglichkeit, sich rasch selbst in Sicherheit zu bringen, z. B. über

  • Fluchttreppenhäuser mit Entrauchungsanlagen und Brandschutztüren an den unterirdischen Stationen
  • Notausgänge im Tunnel mit Brandschutztüren und Schleusenkammern
  • Fluchtwege neben den Gleisen

Einrichtungen für Rettungskräfte
Die Rettungskräfte gelangen auf separaten Wegen zum Unfallort. Um sie bei der Brandbekämpfung und der Bergung von Fahrgästen zu unterstützen, finden sie vor Ort:

  • Löschwasserleitungen
  • Stromversorgung
  • Erdungsstangen
  • Behördenfunk
  • Rollpaletten (schienenfahrbare Transporthilfen) an den Tunnelportalen und Notausstiegen
Grafik: Tunnelverlauf und Rettungsschächte für die 2. Stammstrecke
Video: Wie entsteht ein Rettungsschacht?
Grafik: Für die 2. Stammstrecke wurde ein vierstufiges Sicherheitskonzept entwickelt.
Grafik: Notausgänge am Münchner Hauptbahnhof (Soll-Zustand)
Grafik: Aus den Tunneln und unterirdischen Stationen können sich Fahrgäste im Brand- oder Katastrophenfall z. B. über Fluchttreppenhäuser und Notausgänge retten (im Bild: Rettungsschacht mit schräg verlaufendem seitlichen Zugang).

Wie kann man sich aus den Tunneln und Stationen im Notfall retten?

Aus den Tunneln und unterirdischen Stationen können sich Fahrgäste im Brand- oder Katastrophenfall z. B. über Fluchttreppenhäuser und Notausgänge retten.

Möglichkeiten zur Selbstrettung aus den unterirdischen Stationen

  • Zusätzlich zu den im Normalbetrieb genutzten großen Treppenanlagen verfügt jede Station über Rettungsstollen und Fluchttreppenhäuser.
  • Brandschutztore zu benachbarten Verkehrsanlagen (z. B. U-Bahnhöfe) sollen verhindern, dass Rauch in diese Anlagen eindringt.
  • Die unterirdischen Stationen verfügen über umfangreiche Entrauchungsanlagen. Sie schützen die Flüchtenden vor zu starker Rauchentwicklung.
  • Jede unterirdische Station erhält einen speziellen Feuerwehraufzug, der direkt bis auf die Bahnsteigebene hinabreicht. Er ermöglicht den Rettungskräften schnelle Rettungs- und Löschmaßnahmen.

Möglichkeiten zur Selbstrettung aus den Tunneln

  • Im Tunnel zwischen den unterirdischen Stationen und den Tunnelportalen befinden sich Notausgänge im Abstand von 600 Metern. Die Notausgänge führen über Rettungsstollen und -schächte an die Oberfläche.
  • Mit Brandschutztüren ausgestattete Schleusenkammern sorgen dafür, dass die Rettungsschächte rauchfrei bleiben.
  • Um die Notausgänge zu erreichen, gibt es neben den Gleisen befestigte Fluchtwege mit Handläufen, Fluchtwegkennzeichnung, Notbeleuchtung und Notruf-Fernsprechern.

Werden alle gültigen Vorschriften und Richtlinien eingehalten?

Ja! Grundlage für das Brandschutz- und Rettungskonzept für die Tunnelabschnitte ist die Richtlinie des Eisenbahn-Bundesamt (EBA) „Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes an den Bau und Betrieb von Eisenbahntunneln“. Sie wurde gemeinsam von Fachleuten der Berufsfeuerwehren, der Bundesländer, der Deutschen Bahn AG und des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) erarbeitet. Darüber hinaus wurden mit Unterstützung des „Leitfadens für den Brandschutz in Personenverkehrsanlagen der Eisenbahnen des Bundes“ Brandschutzkonzepte für die unterirdischen Bahnhöfe erstellt.

Für Rettungs- und Löschmaßnahmen ist die Berufsfeuerwehr München zuständig. Sie wurde deshalb schon früh in die Planung eingebunden. Die Brandschutzkonzepte berücksichtigen sowohl die Lage der Stationen von bis zu 41 Metern Tiefe als auch ein hohes Verkehrsaufkommen.

Die Planung zum Brand- und Rettungskonzept der 2. Stammstrecke wurde vom EBA mit dem Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 2 bestätigt.

Damit im Fall der Fälle DB-Mitarbeiter und die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten schnell und sicher handeln können, führen die Deutsche Bahn, die Feuerwehr sowie Rettungs- und andere Organisationen regelmäßig gemeinsame Notfall-Übungen durch.

Wie verläuft die 2. Stammstrecke?

Details zum Streckenverlauf und den Stationen.

Wie wird die neue Strecke gebaut?

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Wer arbeitet am Bauprojekt mit?

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