25.06.2017
Technik

Baugrund­untersuchungen

Wie hier bei Rastatt (Baden-Württemberg) wurden auch entlang der geplanten Trasse für die 2. Stammstrecke umfangreiche Baugrunduntersuchungen durchgeführt.

Nur wer den Untergrund kennt, kann erfolgreich bauen

Die vorhandene Bebauung im Münchner Stadtgebiet macht eine tiefe Lage des neuen Stammstreckentunnels notwendig. Vorteil für die Planer: Für die Tunnelbauten der U-Bahn und der bestehenden Stammstrecke wurde der Baugrund unter der Innenstadt bereits in der Vergangenheit ausführlich erkundet. Aus diesen Untersuchungen wurden wichtige Erkenntnisse zur Geologie des Münchner Untergrunds gewonnen.

Der geplante Trassenverlauf der 2. Stammstrecke weicht jedoch von dem der U-Bahn und der bestehenden Stammstrecke ab. Deshalb wurden noch einmal umfangreiche Baugrunduntersuchungen entlang der geplanten Trasse durchgeführt.

Warum werden Baugrund­unter­suchungen durch­geführt?

Welche Untersuchungen wurden für die 2. Stammstrecke durchgeführt?

Zu welchem Ergebnis kamen die Untersuchungen?

Warum werden Baugrunduntersuchungen durchgeführt?

Bevor ein Bauprojekt wie die 2. Stammstrecke realisiert wird, ist es wichtig, den Baugrund genau zu kennen. Deshalb werden Baugrunduntersuchungen durchgeführt, z. B. mit Hilfe von Bohrungen und labortechnischen Untersuchungen. Sie beantworten u. a. folgende Fragen: Wie ist der Boden beschaffen? Welche Gesteine und Sedimente befinden sich hier und welche Eigenschaften haben diese? Wo steht das Grundwasser? Schwankt der Grundwasserstand?

Die Auswertung der Untersuchungen erfolgt nach DIN-Vorschrift. Aus den Untersuchungsergebnissen lassen sich die zulässigen Belastungen des Baugrundes und die zu erwartenden Setzungen der geplanten Bauwerke und der Umgebung rechnerisch ermitteln. Die Ergebnisse haben z. B. unmittelbaren Einfluss darauf, welche Bauverfahren und -materialien eingesetzt werden und ob der Baugrund in bestimmten Bereichen gesichert werden muss. Letztendlich entscheidet sich auch durch die Baugrunduntersuchungen, ob das geplante Bauprojekt möglich und realistisch umsetzbar ist.

Welche Untersuchungen wurden für die 2. Stammstrecke durchgeführt?

Für die geplante 2. Stammstrecke fanden insgesamt fünf Erkundungsbohrprogramme mit zusammen fast 200 Einzelbohrungen statt – angefangen von Bohrungen im Grobraster für verschiedene Trassenvarianten (2004 bis 2006) bis hin zu den Untersuchungen für die geänderten Trassenverläufe im Bereich Haidhausen (2008 und 2009).

Zusätzlich wurden geotechnische Laboruntersuchungen z. B. zum Quellverhalten und Verkleben von Tonen sowie der Schmirgelwirkung von Sanden (sogenannte Abrasivität) durchgeführt.

Grafik: Für den Bau der 2. Stammstrecke wurden über 200 Einzelbohrungen und zahlreiche labortechnische Untersuchungen durchgeführt.
Grafik: Der Münchner Untergrund besteht aus vielen wechselnden Gesteinsschichten.

Zu welchem Ergebnis kamen die Untersuchungen?

Im Ergebnis bestätigten die Bohrungen die bekannte Geologie des Münchner Untergrunds. Er ist heterogen aufgebaut, d. h. es gibt Wechsellagerungen von Schotter-, Sand-, Ton-, Schluff- und in geringem Umfang auch Kiesschichten. In einigen Bereichen sind die Böden durch Kalk zu Festgestein verfestigt. Die wechselnden Bodenschichten sind von verschiedenen miteinander in Verbindung stehenden „Grundwasserstockwerken“ durchzogen.

Aus den Ergebnissen der Untersuchungen wurden die anzuwendenden Bauverfahren und -materialien sowie notwendige Sicherungsmaßnahmen des Baugrundes und der vorhandenen Bebauung abgeleitet. Wegen der recht großen Tiefe des Tunnels und der unterirdischen Stationen ist zudem ein großer Druck zu berücksichtigen.

Kann man auch weiterhin U-Bahn fahren?

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Seit 2005 gibt es umfangreiche Untersuchungen.

Welche Alternativen wurden untersucht?

Südring und Trassenvarianten im PFA 3.