25.03.2017
Technik

Unterirdische Stationen

Grafik: Die Stationen der 2. Stammstrecke werden in 35 bis 40 Metern unter der Erdoberfläche liegen.

Im Münchner Untergrund

Die Münchner Innenstadt ist im Untergrund von vielen Leitungen und Röhren durchzogen. So führen nicht nur die Versorgungsleitungen für Fernwärme und Strom sowie die Kanalisation unter den Gebäuden hinweg. Auch die vorhandene Stammstrecke und die U-Bahn-Röhren verlaufen im Münchner Untergrund.

Das bedeutet für den Bau der 2. Stammstrecke: Der neue Tunnel muss in sicherem Abstand zu den vorhandenen Röhren geführt werden – an den neuen Stationen in einer Tiefe von ca. 35 bis 40 Metern.

Warum liegen die neuen Stationen so tief unter der Erde?

Unter der Münchener Innenstadt wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Tunnel für den Verkehr gebaut. Neben den Tunneln für den Straßenverkehr und dem bestehenden S-Bahn-Stammstrecken-Tunnel sind das verschiedene U-Bahn-Röhren. Alle diese U-Bahn-Röhren unterqueren bereits den vorhandenen S-Bahn-Stammstrecken-Tunnel und liegen deshalb tiefer als dieser: die U 1 und U 2 am Hauptbahnhof, die U 4 und U 5 am Stachus, die U 3 und U 6 am Marienplatz sowie die U 5 am Ostbahnhof. Der neue Stammstrecken-Tunnel muss daher in sicherem Abstand noch eine Ebene tiefer verlaufen.

Am Hauptbahnhof liegt die bestehende S-Bahn-Stammstrecke unter der Arnulfstraße in 14 Metern Tiefe. Die U 4 und U 5 unterqueren die Bayerstraße in 22 Metern Tiefe. Die U 1 und U 2 befinden sich unter dem Bahnhofsvorplatz in 28 Metern Tiefe. Der Bahnhof der 2. Stammstrecke ist deshalb in 40 Metern Tiefe geplant. Auch die neuen unterirdischen Stationen am Marienhof und Ostbahnhof liegen in rund 35 bis 40 Metern unter der Erdoberfläche.

Aufzüge und Rolltreppen sorgen an allen drei Stationen dafür, dass die Oberfläche rasch und bequem erreicht wird. Zu den Stationen der U-Bahn und der bestehenden S-Bahn-Stammstrecke wird es unterirdische Übergänge geben.

Weiteres Plus: Dank der Tieflage der neuen Stammstrecke sind Lärm und Erschütterungen beim Tunnelbau und im späteren Betrieb nahezu gar nicht an der Oberfläche zu spüren.

Video: Warum liegen die neuen Stationen so tief unter der Erde?
So wie hier im Bibratunnel in Sachsen-Anhalt wird auch beim Bau der 2. Stammstrecke die Spritzbetonbauweise angewandt.
So wie hier beim Ausbau der Strecke Hanau-Nantenbach wird auch beim Bau der 2. Stammstrecke die offene Bauweise angewandt. Im Bild: Bagger übernehmen den Aushub der Baugrube, in die später das rechteckige Rahmenbauwerk für den Tunnel eingesetzt wird.

Wie werden die unterirdischen Stationen gebaut?

Hauptbahnhof

Durch die Tieflage und die dichte Bebauung an der Oberfläche muss der größte Teil der unterirdischen Station am Hauptbahnhof bergmännisch gebaut werden. Zusätzlich werden drei Startschächte von der Oberfläche aus benötigt: Zwei Startschächte für den Bau der beiden Bahnsteigröhren und ein Startschacht für den Bau des mittleren Bereichs der Bahnsteigröhren mit dem zentralen Zugangsbauwerk. Die Bahnsteigröhren werden jeweils bergmännisch in Spritzbeton-Bauweise gebaut.

 

Marienhof

Am Marienhof wird es zwei offene Baugruben geben: Zum einen wird das zentrale Zugangsbauwerk in einer offenen Baugrube errichtet. Von dort werden die unterhalb der Randbebauung liegenden Bahnsteigbereiche bergmännisch in Spritzbeton-Bauweise gebaut. Auch die Verbindungstunnel zur U-Bahn und die Rettungsstollen werden bergmännisch erstellt.

Eine zweite offene Baugrube liegt an der Ostseite des Platzes für den Bau eines Fluchttreppenhauses und technischer Anlagen zur Belüftung und Entrauchung.

 

Ostbahnhof

Die beiden Zugangsbauwerke unter dem Orleansplatz und dem Busbahnhof werden jeweils in offener Bauweise hergestellt. Die unter der Bebauung liegenden Bahnsteigabschnitte sowie die Verbindungstunnel zur U-Bahn und die Rettungsstollen werden bergmännisch gebaut.

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Wie werden die neuen unter­irdischen Stationen aussehen?

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