Live-Aufzeichnung zur Veranstaltung „Das Planfeststellungsverfahren im PFA 3 Ost der 2. Stammstrecke“ vom 19. Oktober 2021

Am 19. Oktober 2021 waren alle Interessierten im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung zum Planfeststellungsverfahren im PFA 3 Ost der 2. Stammstrecke eingeladen sich einen Überblick über die aktuellen Planungen und über das laufenden Verfahren zur Planfeststellung zu machen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten dazu die Möglichkeit Fragen im Chat zu stellen, welche im Anschluss von den Projektmitarbeitern beantwortet wurden.

 

Hier geht es zur Aufzeichnung der Veranstaltung - Link zum Stream

 

Alle Fragen und Antworten aus der Veranstaltung:

 

Wann wird mit dem Bau der Strecke von der Isar bis zum Leuchtenbergring begonnen?

Der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens ist die Voraussetzung, um bauen zu können. Erst wenn wir Baurecht haben, können wir mit den Baumaßnahmen vor Ort starten. Die Detailplanungen dazu laufen.

 

Wenn es für die neue Planung kein Baurecht gibt, wird dann die alte Planung für welche es bereits Baurecht gibt umgesetzt?

Wir haben mit den Planungen für den PFA 3 Ost zahlreiche Verbesserungen für Anwohner:innen und Fahrgäste erzielt. Unser klares Ziel ist, diese neue Planung umzusetzen.

 

Ist das neue Flucht- und Rettungskonzept in den anderen Bauabschnitten bereits genehmigt?

Das neue Flucht und Rettungskonzept ist für den Bereich Ost  in den Unterlagen zur Planfeststellung integriert. Für den westlichen Tunnelbereich läuft ebenfalls ein Genehmigungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt.

 

Wird es beim Bau der 2. Stammstrecke Unterbrechungen im S-Bahn-Betrieb geben?

Der Bau der 2. Stammstrecke erfolgt weitestgehend unter laufendem Betrieb. Für Arbeiten im Gleisbereich werden jedoch Wochenend- und Nachtsperrpausen notwendig sein.

 

Mit welchen Beeinträchtigungen müssen die Anwohner am Preysingplatz, Rosenheimerstraße und Pariser Straße rechnen?

Die Tunneltrasse wird erschütterungsarm mit einer Tunnelvortriebsmaschine vom Ostbahnhof bis zum Marienhof vorangetrieben. An der Oberfläche wird man von diesen Arbeiten nichts spüren. An den benannten Orten kommt es zu keinen Baustelleneinrichtungen.

 

Wo und wie lange können Einwendungen abgegeben werden?

Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, kann Einwendungen gegen den

Plan bis spätestens einen Monat nach Ablauf der Auslegungsfrist, das ist bis zum

10.12.2021 schriftlich bei der

Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Blumenstraße 31

80331 München

Raum 239

oder bei der

Regierung von Oberbayern

Maximilianstraße 39

80538 München

Zi.Nr.: 4122

sowie elektronisch unter der E-Mail-Adresse: bahn-anhoerungsverfahren@reg-ob.bayern.de

erheben.

 

Wie werden Eigentümer im Bereich der Tunneltrasse entschädigt?

Entlang der Tunneltrasse wird in die Grundbücher eine dingliche Sicherung eingetragen. Für diese dingliche Sicherung werden die Eigentümer entschädigt. Die Entschädigung wird im Planfeststellungsbeschluss dem Grunde nach festgelegt. Das heißt, es gibt einen grundsätzlichen Entschädigungsanspruch, aber die Höhe der Entschädigung wird erst im Nachgang zwischen dem Vorhabenträger und den einzelnen Betroffenen auf Grundlage separater Richtlinien und Standards verhandelt. Hier hängt es auch davon ab, in welchen Abstand die Unterfahrung bei den einzelnen Betroffenen stattfindet.

 

Wie tief kreuzt die neue Strecke die bestehende Stammstrecke?

Der Abstand der Tunnelfirste der 2. Stammstrecke und der Unterkante der ersten Stammstrecke beträgt ca. elf Meter.

 

Wie wird die bestehende Stammstrecke und die Wohnbebauung beim Bau der neuen Tunnelstrecke gesichert?

Im Zuge des Baus der 2. Stammstrecke wird ein aufwändiges Monitoringverfahren implementiert. Dabei werden nicht nur während des Tunnelvortriebs sensible oberirdische Gebäude überwacht, sondern auch unterirdische Bauwerke wie die Tunnel der bestehenden Stammstrecke. Vor Baubeginn erfolgt zudem ein Beweissicherungsverfahren für die Gebäude entlang der Tunneltrasse.

 

Sind die alten Bierkeller und Hohlräume unter Haidhausen bei den aktuellen Planungen berücksichtigt?

Wir kennen die Thematik der Bierkeller in Haidhausen. Bei den bisherigen Erkundungen und den entsprechenden Untersuchungen wurden keine Probleme für die Tunneltrasse gefunden. Vor Baubeginn wird es jedoch noch ein separates Beweissicherungsverfahren geben, in dem noch einmal genau geprüft wird, ob etwas von unserer Planung Abweichendes zu finden ist.

 

Entsteht durch die neue längere Trassenvariante eine höhere CO²-Belastung während des Betriebs der S-Bahn?

Die S-Bahn München wird mit Strom betrieben. Die geringfügige Verlängerung der Tunneltrasse führt daher zu keiner höheren CO²-Belastung während des Betriebs der S-Bahn.

 

In welchen Umfang finden Logistikfahrten mit LKW beim Bau des Rettungsschacht 7 und des Rettungsschacht 8 statt?

An den beiden Rettungsschächten rechnen wir für die Versorgung der Baustelleneinrichtungsflächen mit maximal 50 LKW-Fahrten im Tagzeitraum.

 

Ist eine direkte Verbindung nach Giesing Bestandteil der Planungen zur 2. Stammstrecke?

Der Bau einer neuen Verbindung der S-Bahn Richtung Giesing ist nicht Teil des Projektes 2. Stammstrecke. Im Zuge der Planungen ist jedoch ein Abzweigebauwerk in den Maximiliansanlagen beim Rettungsschacht 7 vorgesehen, welches es technisch ermöglicht, an dieser Stelle später einen sogenannten Südast anzuschließen.

 

Wo entstehen Ersatzpflanzungen für die Bäume, die entlang der Orleanstraße und in den Maximiliansanlagen gefällt werden müssen? Welche Maßnahmen sind für die Höhlenbäume vorgesehen?

Grundsätzlich werden im Anschluss an die Bauphase in den Maximiliansanlagen und an der Orleanstraße alle Bäume wiederhergestellt, welche für die Baumaßnahmen weichen mussten. Für die Höhlenbäume in den Maximiliansanlagen wurden als Ersatz bereits 2017 die ersten zehn Fledermauskästen im engen Umfeld aufgehängt. Kurz vor der Fällung der Höhlenbäume werden weitere endoskopische Untersuchungen durchgeführt um nochmals das genaue Potential der Bäume als Fledermaushabitat festzustellen. Gegebenenfalls werden daraufhin weitere Fledermauskästen aufgehängt.

 

Wie lange wird die Bezirkssportanlage in der Maximiliansanlage nicht nutzbar sein?

Der Sportplatz wird während der Maßnahmen am RS7 leider nicht nutzbar sein. Nach Beendigung der Bauarbeiten wird der Sportplatz in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München wiederhergestellt.

 

Wieso entsteht an der neuen Station Ostbahnhof keine "Spanische Lösung" mit einem Mittelbahnsteig zum Einsteigen und zwei Außenbahnsteigen zum Aussteigen?

Bei der Entscheidung, welche Bahnsteiglösung gewählt wird, müssen Kritierien wie Fahrgastzahlen, Fahrgastaufkommen, Ein-und Aussteiger an der Station, Hauptverkehrszeiten und die Lage der Station betrachtet werden. Entsprechend ist eine "Spanische Lösung" am neuen Haltepunkt Ostbahnhof in der Friedenstraße technisch nicht notwendig. Es wurde in die Planungen ein klassischer Mittelbahnsteig integriert, der die benötigten Kapazitäten für die Fahrgäste am Ostbahnhof gewährleistet.

 

Welche Höhe haben die Bahnsteige?

Die Bahnsteige werden mit einer Höhe von 96cm errichtet. Ein- und Aussteigen aus der S-Bahn ist barrierefrei möglich.

 

Wie lange brauchen Pendler von der neuen S-Bahn-Station Ostbahnhof zur U-Bahn?

Die Umsteigezeit von der S-Bahn zu U-Bahn wird im Bereich von wenigen Minuten liegen, ist jedoch abhängig von der individuellen Geschwindigkeit eines jeden Fahrgastes.

 

Was passiert mit der Autoreisezuganlage am Ostbahnhof?

Da der Rückbau der Autoreisezuganlage für den Bau der neuen Station am Ostbahnhof notwendig ist, sind wir aktuell in der Standortfindung für einen Ersatz. Nach dem aktuellen Stand der Planung zeichnet sich als Präferenz der Standort Kempten ab. Die abschließende Entscheidung darüber ist aber in einer separaten Planfeststellung zu treffen. Hierzu laufen die Detailplanungen weiter. Von zentraler Bedeutung ist, dass der neue Standort den Ziel- und Quellverkehr des Alpenraums gut anbindet.

 

Warum hat der mittlere Tunnelausgang am Leuchtenbergring nur ein Gleis, obwohl hier Züge in beiden Richtungen fahren werden? Ist das keine zu große Einschränkung?

Je Richtung gibt es eine Tunnelrampe Nord und Süd. Die Mittlere Rampe ist zur flexibleren Abwicklung des Betriebs geplant. Beide Tunnel können darüber erreicht werden.

 

Wird der Tunnel am Leuchtenbergring saniert und barrierefrei ausgebaut?

An der Station Leuchtenbergring wird es eine neue Fußgänger- und Fahrradüberführung über die Gleise geben, welche auch die beiden Stadtteile miteinander verbinden wird. Von der neuen Überführung werden die Bahnsteige Leuchtenbergring barrierefrei zugänglich sein. Eine Sanierung des Straßentunnels erfolgt nicht durch das Projekt der 2. Stammstrecke.

 

Wird an der Berg-am-Laim Straße die Radinfrastruktur verbessert und werden neuen Abstellkapazitäten am Ostbahnhof geschaffen?

Wir sind hier in Abstimmung mit dem Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München. Am Knoten Haidenauplatz/Berg-am-Laim Straße sind Planungen für einen Radweg seitens der Landeshauptstadt vorgesehen. Derzeit wird aktiv an einem Konzept gearbeitet.

Beim Thema Fahrradabstellplätze am Ostbahnhof kommen wir als Vorhabenträger unserer Aufgabe nach und ersetzen den aktuellen Stand. Wir wissen jedoch, dass die Landeshauptstadt hier einen höheren Bedarf hat und stehen dazu bereits aktiv im Austausch.

 

Welche Beeinträchtigungen gibt es während der Bauzeit für den Tram-Bahn-Betrieb in der Berg-am-Laim Straße?

Im Bereich der Berg-am-Laim Straße wird in drei Bauabschnitten gearbeitet, um den Verkehr und den Betrieb der Tram-Bahn so gering möglich zu stören. Im zweiten Bauabschnitt, der Bereich, der von der Tram-Bahn berührt ist, ist in den aktuellen Planungen eine Bauzeit von 23 Wochen vorgesehen. In diesem Zeitraum wäre auch der Tram-Bahn-Betrieb unterbrochen. Uns ist bewusst, dass diese Lösung für alle Nutzer der Tram-Bahn nicht optimal ist. Jedoch ist es für den Bauablauf technisch wichtig. Ideen, die Tram-Bahn in dieser Zeit auf einem Gleis zu führen, wurden bereits untersucht und es wird weiterhin an Lösungen gearbeitet, um die Einschränkungen zu minimieren.

 

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