Rückblick: Thementag Archäologie

"Nur wenn wir wissen, woher wir kommen, wissen wir, wohin wir gehen“, erklärt Stadtarchäologe Christian Behrer. Seit Jahren begleitet der Wissenschaftler die archäologischen Grabungsarbeiten am Marienhof, mitten in der Stadt München. Eine Arbeit, die sich gelohnt hat.

Rund 65.000 Fundstücke haben er und ein Expertenteam aus dem Areal hinter dem Münchner Rathaus geborgen, das als das am ältesten und dichtest besiedelte Gebiet der Stadt München gilt.

Die Fundstücke sind von unschätzbarem Wert, weil sie geben Einblick, wie die Menschen früher gelebt haben. Kochtöpfe, Gläser, Kannen, Keramiken, Scherben aber auch ein Kühlschrank oder eine Seilwinde. Das Spektrum der Funde ist groß. Bis auf das 11./12 Jahrhundert datieren die ältesten Fundstücke. Christian Behrer: „Für die Bodendenkmalpflege ist es das wichtigste Projekt seit den letzten zwanzig Jahren in der Innenstadt von München.“ 

Ein Projekt, das vor allem deshalb notwendig war, weil am Marienhof, in ca. 40 Metern Tiefe eine neue unterirdische S-Bahn Station für die 2. Stammstrecke entsteht. Bevor es mit den Bauarbeiten losgeht, sollten die wichtigsten historischen Zeugnisse dokumentiert und geborgen werden. Nun stehen diese Arbeiten kurz vor dem sehr erfolgreichen Abschluss. 

Zum Thementag Archäologie der 2. Stammstrecke hatten Interessierte die Möglichkeit, die Ausgrabungen zu besuchen und in die Geschichte des mittelalterlichen Münchens einzutauchen. Rund 70 Besucher waren begeistert von den einstündigen Führungen in die Vergangenheit. Ganz aktuell zu sehen gab es eine freigelegte Kelleranlage und die Fundamente eines ehemaligen Luxushotels, die aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen.

Nach Abschluss der archäologischen Arbeiten beginnt am Marienhof der Aufbau einer 4,50 Meter hohen Lärmschutzwand. Archäologische Funde gibt es aber weiterhin zu sehen – und zwar im direkt anliegenden Infozentrum 2. Stammstrecke.

Zurück

Kontakt

Mediathek

Bahnausbau München

HBF München

Presse