Naturschutz 

Naturschutz von Anfang an

Der Bau einer neuen S-Bahn-Strecke ist immer mit gewissen Eingriffen in die vorhandene Natur und Landschaft verbunden. Da die 2. Stammstrecke überwiegend im Tunnel verläuft, sind diese auf wenige Punkte begrenzt – wie zum Beispiel auf den Streckenabschnitt von Laim bis zur Donnersberger Brücke, die Baustelleneinrichtungs- und Logistikflächen, oder die Flächen für die Rettungsschächte. Für den Bau der 2. Stammstrecke wurde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt. Die Belange des Naturschutzes wurden bereits bei der Vorauswahl der Baustellenflächen berücksichtigt. Die nur bauzeitlich genutzten Flächen werden nach Bauende wiederhergestellt. Für den punktuellen Verlust von Flächen, beispielsweise für die Rettungsschächte, wird ein Ausgleich bzw. Ersatz geschaffen. Mit der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes, oder mit Gestaltungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Ersatzpflanzungen von Straßenbäumen, wird sichergestellt, dass im Umfeld der 2. Stammstrecke keine nachhaltigen Beeinträchtigungen des Stadtbildes verbleiben.

Alle Eingriffe und Maßnahmen sind in einem „landschaftspflegerischen Begleitplan“ zusammengefasst. Insgesamt werden rund 35 Hektar Flächen bearbeitet. So werden zum Beispiel neue Bäume in der Maxburgstraße, der Maximilianstraße, auf dem Marienhof, im Bereich Milchstraße/Kellerstraße und in den Maximiliansanlagen gepflanzt. Für den Schutz von Reptilien und Fledermäusen wurden bereits vor Baubeginn neue Rückzugsmöglichkeiten geschaffen.

Beispiele für Naturschutzmaßnahmen

Schutz von Reptilien im Bereich Laim – Donnersberger Brücke

Die brachliegenden Bahnnebenflächen zwischen Laim und den westlichen Portalen der neuen Stammstreckentunnel sind ein Lebensraum für wärmeliebende Tierarten wie die Zauneidechse. In diesen Lebensraum wird mit dem Bau der 2. Stammstrecke eingegriffen. Zur Kompensation wurden daher bereits im Sommer 2014 folgende Maßnahmen im nicht beeinträchtigten Nahbereich umgesetzt:

  • Die Sukzessionsvegetation („Verbuschung“) wurde beseitigt, um die mageren Standortbedingungen zu erhalten.
  • Magerrasen wurde angesät.
  • Als Versteck- und Überwinterungsmöglichkeit wurden Totholz- und Lesesteinhaufen angelegt. Zur Eiablage für Reptilien wurden Sandlinsen geschaffen.

Baumverpflanzung am Marienhof

Der Marienhof war mit 35 japanischen Schnurbäumen bepflanzt. Als 2011 die archäologischen Grabungen als Vorwegmaßnahmen zum Bau der 2. Stammstrecke begannen, mussten die rund 30 Jahre alten Bäume weichen. Aufgrund der städtebaulichen Bedeutung dieser Bäume beschloss der Stadtrat, die Bäume verpflanzen zu lassen.

Im Juni 2011 konnten die Bäume in die städtische Baumschule in Allach umziehen. Mit der Verpflanzung wurde eine Fachfirma aus Mittelfranken beauftragt. Mit Hilfe der größten in Europa verfügbaren Ballenstechmaschine hoben die Baumexperten die Schnurbäume aus und transportierten sie nach Allach im Nordwesten der Stadt. Zur Vermeidung von Transportschäden wurden Krone und Stamm mit Hilfe von Textilien geschützt.

Am Zielort in der städtischen Baumschule in Allach wurden die Einzelpflanzgruben für die Bäume vorbereitet und mit speziellem Pflanzsubstrat aus leicht durchwurzelbare Erde und Langzeitdünger angereichert. In der Baumschule angekommen, wurden die Bäume mit Stützpfählen gesichert und gewässert. Mit Hilfe von verdunstungshemmenden Stoffen und Mulch wurde das Anwachsen unterstützt.

Bereits 2012 berichtete die Hauptabteilung Gartenbau der Landeshauptstadt, dass die Bäume sich gut entwickeln. Im Sommer 2013 konnte schließlich festgestellt werden: Alle verpflanzten Bäume sind angewachsen und erfordern nur noch sporadische Pflegemaßnahmen. Eine spätere weitere Verpflanzung ist nicht ausgeschlossen.

Weitere Informationen zum Marienhof:

Maßnahmen an den Maximiliansanlagen

In den Maximiliansanlagen wird ein Rettungsschacht für die 2. Stammstrecke gebaut. Als Schutzmaßnahme während der Bauzeit werden rund 250 Meter Schutzzaun für die Gehölze in der Nachbarschaft der Baustelle aufgestellt.

Maßnahmen am S-Bahnhof Leuchtenbergring

In den alten Bahnanlagen südlich des Bahnhofs Leuchtenbergring leben eine Vielzahl von Reptilien. Vor dem Baubeginn wurde deshalb eine Artenschutzmaßnahme für Reptilien umgesetzt: Die Anlage von Totholzhaufen, Sandlinsen und Lesesteinhaufen dient vor allem der Zauneidechse als Rückzugsraum. Nach Abschluss der Baumaßnahme wird im Bereich der Eisenbahnüberführung Leuchtenbergring eine sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme umgesetzt. Durch die Ansaat einer Saatmischung für Magerstandorte und die richtige Pflege entstehen wertvolle Lebensräume für wärmeliebende Tiere und Pflanzen, die zu einer Erhöhung der Struktur- und Artenvielfalt beitragen.

S-Bahn-Station Harthaus

Beim Bau der 2. Stammstrecke sind in der Münchner Innenstadt an mehreren Stellen Eingriffe in die vorhandene Natur notwendig. Für diese Eingriffe werden immer sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt. Jedoch stehen direkt an den Stellen der Eingriffe nur begrenzt Flächen für alle Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Verfügung.

Deshalb werden im Südosten Münchens, in Germering, zwei Flächen an der Münchner Stadtgrenze zwischen der S-Bahn-Station Harthaus und dem Autobahnring ökologisch aufgewertet. Auf diesen Flächen werden Lebensräume für Reptilien entwickelt. Angrenzend an die Flächen wurden und werden weitere Ausgleichsmaßnahmen für andere Infrastrukturprojekte umgesetzt, so dass hier ein Verbund von speziellen Lebensräumen entsteht.

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